Da war ja noch was...

Ok, ok, ich weiss, ich war untreu. Ich bin einfach in der Weltgeschichte herumgewandert ohne euch davon wissen zu lassen. Vergebt mir, I was busy living (ich weiss tatsächlich nicht mehr, wie ich das auf Deutsch sagen soll...). ;-)

Da ich im Moment aber nur damit beschäftigt bin vor mich her zu schniefen, zu husten und auszusehen, als wäre ich dauerbekifft (was ich nicht bin), habe ich mir gedacht es wäre ein guter Zeitpunkt mich mal wieder bei euch zu melden. Meine Familie sei bitte ohne Sorge, es handelt sich nicht um eine ausgefuchste tropische Krankheit, sondern wohl eher um eine schlichte, wenn auch gemeine Grippe, die mir von meinem Freund übergeben wurde. Ich wusste ja, ich hätte ihn ausquartieren sollen... :-D

Aber lasst mich erstmal ganz von vorne anfangen:
Ich meine mich zu erinnern, dass mein letzter Eintrag von Penang stammte... was demzufolge bedeuten würde, dass mein heutiger Eintrag Langkawi beginnen sollte. Die kleine Insel liegt nur anderthalb Stunden per Fähre von Penang entfernt, ganz im Nordwesten vor der Küste Malaysia´s. Sie hat zwei größere "Städte" und ist ansonsten herrlich grün bewachsen und von kleinen Dörfern bedeckt, in denen die Einheimischen leben. Wir selbst sind in einem der größeren Orte, Cenang, untergekommen. Hauptsächlich spielte sich hier alles an einer langen Strasse pararell zum Strand ab (und was für ein wunderhübscher Strand!!), ob Essen, Unterhaltung oder Optiker, man fand es hier. Letzteres hat mir dann auch endlich die lang ersehnte neue Brille beschert. Umgerechnet 130 Euro für Gläser unds schickes Gestell, da kann man nicht meckern.

Was wir aber am liebsten auf Langkawi gemacht haben, war einen Roller auszuleihen und ohne richtiges Ziel einfach drauflos zu fahren. Es war herrlich. Vorbei an einer malerischen Küste und ab durch grünes Dickicht, wir waren einfach stundenlang damit beschäftigt. Fahren fahren fahren, zwischendurch essen und mit der putzigen Babykatze im Hostel spielen, das war soweit alles, was wir taten. Die Insel war bis dahin von Allem, was wir in Malaysia gesehen hatten, mein Lieblingsort. Einfach ein schönes Fleckchen Erde zum Nichts tun und Spaß dabei zu haben.

Als wir davon dann schlussendlich auch genug hatten, ging es auf eine Tagesreise nach Phuket, Thailand. Erst ins Taxi, dann in die Fähre und dann nochmal 8, 9 Stunden in den Bus gezwängt... uff, war ich froh, als die Fahrt zu Ende war. Josh wahrscheinlich auch, da fing nämlich seine Grippe gerade an richtig Spaß zu machen und alle anderen drum herum davon wissen zu lassen. Der ursprüngliche Plan war eingentlich, in Phuket unser Visa für Myanmar zu organisieren. Da angekommen mussten wir aber feststellen, dass der beste Ort dafür Bangkok ist. Wir sind dann aber trotzdem fast eine Woche geblieben, zum einem wegen den netten Leuten, die wir in unserem Hostel in Phuket Town getroffen haben, zum anderen da Josh seine Krankheit auskurieren wollte.
Da dies für ihn aber nicht unbedingt Tee und ein Bett beeinhaltet, haben wir uns auch hier auf die Pirsch gemacht. Wir haben zum Beispiel einen gebuchten Tagestrip auf das Festland unternommen, zum White Water Rafting und Elephant trekking. Zwischendurch sind wir auch noch mit dem Quad rumgedüst. Ich sag es mal so, das Rafting und Quad fahren war super genial. Das Elefanten-Camp aber hat uns beiden in der Seele weh getan. Wir wussten ja schon im Voraus, dass es Einrichtungen in Thailand gibt, die sich einen scheissdreck für die Tiere interessieren und nur an Geld interessiert sind. Deshalb haben wir uns vor dem Trip auch bei unserem Hostel erkundigt, wie den die Bedingungen hier so seien. Es wäre alles ok. Ja ja, ob das nun die Sprachbarriere war oder Ignoranz, wer weiß. Auf jedenfall war es sehr traurig zu sehen, wie die Elefanten den ganzen Tag hin- und herlatschen mussten, mit einem ungemütlichem Gestell und fetten Touristen auf den Rücken, nur um mit einem Metallhaken in den Kopf gehakt zu werden, wenn sie nicht spuren wollten. Später gabs dann noch die "Attraktion", kleine Elefantenbabies, die auf Befehl tanzen und Mundharmonika spielten und für den Rest der Zeit auf kalten Betonboden hinter der Bühne angekettet waren. Nennt mich sentimental, aber ich musste heulen. Wir sind jetzt auf jedenfall um ein ganzes Stück schlauer und besuchen nächstes mal doch lieber eine Zufluchtsstätte für ausgebeutete Tiere im Sinne des Tourismus, als unser Geld nochmal für so ein herzzereissendes Erlebnis auszugeben. Schlimm genug das alles, aber hat man sich während des Ganzen dann mal so in der Gruppe umgesehen, man hat nur in lächelnde Gesichter geblickt...

Ein schönes Erlebnis hatten wir aber doch, nämlich an unserem einjährigen Jubiläum: Wir haben uns wieder einen Roller ausgeliehen und sind in den Südwesten der Insel gefahren, an einen versteckten kleinen Strand mit einem Dschungelresort, einem kleinen Restaurant und vielleicht 20 anderen Leuten, die vereinzelt dort herumliefen. Trotz leicht trüben Wasser an dem Tag schillernden uns die Farben der Papageienfische im Riff direkt vor dem Strand entgegen. Josh´s Lieblingsfund war ein Autoreifen-großer, neon-blauer Seestern, der aussah, als hätte er sich mit einem Seeigel gepaart. Sehr bizarr. Den Rest des Tages haben wir die Füsse hochgelegt und einfach die Ruhe im Paradies genossen. Hach ja, ich habe schon ein anstrengendes Leben... hehe.

Jetzt jedenfalls sind wir in Bangkok angekommen, mit einem kleinen Zwischenstopp über Surat thani, um die Fahrt zu verkürzen. Darüber kann ich nur sagen, dass es mal erfrischend war, überhaupt keine Touristen um uns rum zu sehen. Und das wir dort Heuschrecken und Maden gegessen haben.
Bangkok aber hat mich mit seiner Schönheit überrascht. Jedenfalls kann ich das von dem Gebiet um die Khao San Road am Chao Phraya River behaupten. Vielen Dank nochmal für den Tipp Eva, wenn du mitliest (getroffen am frühen Morgen in Bangkok, nach einer schlaflosen Nacht im Nachtzug und auf der verzweifelten Suche nach einem erschwinglichem Hostel). Die Gegend hier ist wie ein kleines Dorf, viele Marktstände, ruhig und abgeschottet vom Verkehr, man hört die Vöglein zwitschern. Und nach einer Nacht in einem weniger schönen Hostel haben wir uns nun auch in einem sehr günstigen, gemütlichen Hippiehostel versteckt am Fluss eingenistet. Eins mit Prinzessinnenbett. Jedenfalls habe ich mich so gefühlt, eingerollt und müde auf dem großen Bett unter dem Moskitonetz.
Morgen wollen wir dann endlich unser Visa für Myanmar beantragen. Heute geht es nicht, denn der König hat Geburtstag und das ist ein Grund zum feiern. Selbst jetzt in der angespannten politischen Situation und den ganzen Demonstration. Die Thailänder lieben ihren König nämlich von Herzen. Man kann es überall hören und sehen. Vergoldete Bilder und Blumenmeere auf den Strassen und die Lobreden der Menschen, die wir auf unseren Wegen treffen. Er ist König seit er 19 Jahre alt ist... und heute wird er 86! Jeder beschreibt ihn als bescheidenen, liebenswerten Mann, der sich um sein Volk sorgt und den Kontakt sucht. Eine Geschichte gefiel mir besonders: Einmal besuchte der König ein Bergdorf während der Monsunzeit. Die Menschen hielten stundenlang im strömenden Regen aus, nur um die Ankunft ihres geliebten Herrschers nicht zu verpassen. Als er dann schließlich kam, rannten ihm alle mit Regenschirmen entgegen, um ihn von den Wassermassen zu beschützen. Er aber lehnte ab und sagte "Wer bin ich trocken zu bleiben, während mein Volk da draussen im Regen steht und auf mich wartet?!". Diese und andere Geschichten haben ihm den Spitznamen Nei Nuong eingebracht, was "in unserem Herzen" bedeutet (Verzeih mir Art, wenn ich es falsch buchstabiert habe...).

Nun gut, ich melde mich für heute erstmal ab und versuche die Grippe aus meinem Körper zu verbannen. Auf bald, eure Christin.

5.12.13 10:33

Letzte Einträge: Those smells!!!!, Was ich eigentlich sagen wollte..., Blutegel und Suchtgefühle

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen