Über

Nun ja, es ist eigentlich ganz einfach: Vor nun ueber einem Jahr habe ich mein Leben veraendert und beschlossen um die Welt zu reisen. Mein erstes Ziel war dabei Australien, in welchem ich ein Jahr gelebt und gearbeitet habe. In all dieser Zeit wurde ich von meinen Freunden immer wieder darauf hin gewiesen, dass ich doch bitte einmal einen Reiseblog ueber meine Erfahrung zusammenfassen soll. Wenn auch reichlich verspaetet, habe ich mir dies nun zu Herzen genommen und werde ab sofortigst in hoffentlich regelmaessigen Abstaenden Berichte ueber meine Reisen dem geneigtem Leser zur Verfuegung stellen. Begleitet auf meinen Trips werde ich von einem kleinen Hobbit, anders auch bekannt als Josh Toope aus Sydney, den ich in meinem ersten Jahr on the road kennen und lieben gelernt habe. Ich wuensche viel Spass und hoffe auch andere durch meine Geschichten zu einem aufregenderem und grenzenlosem Leben als Rucksackreisenden zu inspirieren.

Alter: 29
 


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Blog

Was ich eigentlich sagen wollte...

Kennt ihr das, ihr habt etwas bestimmtes im Kopf, worüber ihr gern schreiben möchtet, aber am Ende kommen nur Belanglosigkeiten dabei raus?!

Was ich nämlich eigentlich noch über meinen KL-Aufenthalt schreiben wollte, war beispielshalber unser Besuch in den Batu Caves. Vor einem Kalksteinmassiv ragte dort majestätisch eine vergoldete, 43m hohe Statue des Hindu-Gottes Murugan empor, nebst eine schier endlos scheinenden, steilen Treppe, die in die Haupthöhle mit ihren Hindu-Schreinen führte. Augen für all die Schönheiten hatten wir aber verständlicherweise erstmal nicht, ich für meinen Teil war zumindest schwer damit beschäftigt, gleichmäßig und konzentriert zu atmen, während meine Füße über die 272 klitschigen Stufen stolperten. Danach hatten wir unser Workout für den Tag auf alle Fälle erstmal weg. Oben angekommen wird man aber mit einem bombastischen Ausblick belohnt und ungefähr hundert Affen, die sich überall auf den Treppen und in der Höhle tummelten. Trotz angeblichem Verbot, die Affen zu füttern, konnten wir nicht umhin den kleinen Tierchen ab und an ein Stück unserer Pflaumen zuzuschmuggeln. Die Haupthöhle war gigantisch und nach oben hin offen. Jedes Jahr Anfang Februar soll hier ein Hindu-Fest stattfinden, mit Riten wie sich große Haken in den Rücken stechen zu lassen, um dann damit Karren hinter sich her zuziehen. Auf alle Fälle bestimmt mal interessant zu beobachten. Nebst der großen gab es etwas weiter unten noch eine weitere Höhle, die Dark cave genannt wurde. Für ungefähr 10 Euro konnte man eine Führung in das dunkle Innere machen und sich dabei über die 2 Meter hohe Schicht von Fledermaus-Exkrementen freuen. Unser niedlicher Führer gab uns noch allerhand Wissen über die Flora und Fauna in den Höhlen auf den Weg und machte dann mal spaßenshalber die Lampe aus. Dunkel wie im Bärenarsch, hätte da meine Mutti wieder gesagt. Das ich mich gerade auch in dem Moment an den Film "The Cave" erinnere, war natürlich ganz toll...

Nach dem steilen Abstieg der Treppe haben wir uns dann noch ein Henna-Tattoo gegönnt, eine indische Tradition. Während meines wirklich sehr schön ausgefallen ist, sah die Malerei auf Josh´s Hand dann doch eher etwas laienhaft aus. Nur aus Höflichkeit hat er es wohl nicht im inzwischen runterkrachendem Monsunregen abgewaschen.
Wenn es hier nämlich regnet, dann richtig. Im Allgemeinen zwar nur eine halbe Stunde, trotzdem werden die Straßen aber regelmäßig von den Wassermassen überschwemmt.

In der Metro ist küssen übrigens verboten. Es gibt auch getrennte Abteile für Frauen, was dadurch, dass es keine wirklichen Abtrennungen im Zug gibt, etwas sinnlos wirkt. Bei Verstoß gegen die Nur-Frauen-Regel wird man aber unter lautem Gemecker der Local´s raus geworfen. Das mussten zumindest unsere Freunde Maria und Frank am eigenem Leib erfahren.

Mein Highlight für den Sonntag war eine öffentliche Street-Jam auf einem Marktplatz unweit unseres Hostels gewesen. Laut einem Einheimischen, den ich dort kennengelernt habe, gibt es den wohl jedes Wochenende. Die erste Band bestand außer einer Bob-Marley-verehrenden 3-köpfigen Crew mit Dreadlocks bis zum Boden, die über den genüsslichen Verzehr von Marihuana in jeglicher Form und zu jeder Tages- und Nachtzeit sangen. Für den Drogenbesitz bekommt man die Todesstrafe, aber die Redefreiheit gilt wohl selbst in Malaysia noch.

Abschließend noch einen kulinarischen Tipp für alle, die es mal nach Chinatown in Kuala Lumpur verschlägt. Inmitten einer überfüllten Marktstraße, die sich von Cheng Lock abzweigt (deutlich durch die chinesischen Laternen über euren Köpfen zu erkennen) gibt es einen Foodcourt. Dort gibt eine große Fläche mit Tischen und Stühlen und drum herum alle Arten von kleinen Ständen mit Essen. Linksseitig werdet ihr eine Bude mit der Aufschrift Keong Keong entdecken. Unbedingt probieren!!! Man kann wählen zwischen Gerichten, die in Alufolie gebacken werden oder in Claypot´s noch kochend serviert werden. Wir haben uns die gesamte Zeit in KL durch die Speisekarte gefuttert und geben Prädikat "Sehr gut". Und keine Angst, die Nudeln in den Claypot´s mögen wie Würmer aussehen, bestehen aber nur aus Reismehl. ;-)

11.11.13 14:47, kommentieren

Those smells!!!!

Willkommen in Kuala Lumpur, der einzigen Hauptstadt der Welt, die übersetzt schlammige Flussmündung heisst! Rund 1, 5 Millionen Einwohner verteilen sich hier auf einer Fläche von 243,65 km², Höchsttemperatur gleichbleibend bei an die 33 Grad Celcius, berühmteste Gebäude sind die Twin-Tower (Tom Cruise springt wohl in einem Mission Impossible Movie von eben diesen herunter).
Soviel zu den Fakten. Die Realität wiederum stinkt. Ich meine, in echt jetzt. Es stinkt an jedem Gullydeckel, am Rande des Flusses, aus jeder Pore der Strasse. Definitiv nichts für geruchsempfindliche Menschen so wie der kleine Mann an meiner Seite. Der rennt jedesmal voran, wenn eine neue Welle des Gestankes heranzurollen droht. Ich bin ja sonst die mit dem empfindlichen Magen, aber das kann ich dann schon noch ab. Vielleicht ist das dann wieder so ein empfindliches Männer-Ding, wer weiß.

Aber wenigstens kann man in KL nicht alles bezeugen, was da in den Rohren so rumschwimmt. In Melaka, unserer letzten Station, war das Abwassersystem nämlich überirdisch angebracht. Halboffene Abwasserrohre zogen sich also am Straßenrand entlang, bis sie sich in den nächsten Fluss übergaben. Gefallen daran schien nur einer zu haben: Eine Art Comodo-Waran, stattliche anderthalb Meter groß und mit langen Klauen an den Enden seiner kurzen Beinchen. Wenn sie nicht gerade im Schlammwasser rumplanschten, konnte man sie gemächlich in das Abwassersystem der Stadt verschwinden sehen, auf der Suche nach fetten Ratten wahrscheinlich. Schon ein etwas anderer Standard als in Deutschland, möchte ich mal meinen. :-)

Die Blicke der vorbeiströmenden Passanten reißen auch nicht ab. Sie geben mir das Gefühl eines schlecht bezahlten, drittklassigen Soapstars, dem die Leute angestrengt ins Gesicht starren, man hat ihn doch schon irgendwo mal gesehen... Aber wo nur?! Nur das die Blicke bei mir immer wieder auf mein Dekolleté gerichtet sind. Nach einer Weile schon irgendwie unangenehm. Ich bemühe in sonst jeglicher Weise, mich an die Gepflogenheiten des Landes anzupassen. Ich trage immer lange Hosen oder Leggings, trotz der hohen Temperaturen vor der Tür. Ich gehe nicht mit dem tiefsten Ausschnitt und bloßgelegten Schultern raus. Aber dann noch alle meine Tattoos verdecken?! Nein, danke. Die sind dann doch schließlich ein großer Teil meiner Persönlichkeit, den ich gern zur Schau Stelle. Ich schätze, dann muss wohl einfach ein dickeres Fell her. Und solange die Kommentare zu meinen Bildchen überwiegend freundlich und nett gemeint sind, geht´s wohl noch...

Das schöne an KL ist und bleibt für uns unser Reggae-Guesthouse mit passender Reggae-Bar nebenan. Zumindest bis elf abends kann man da gemütlich schnatternd eine Shisha miteinander rauchen (Apfel!!!!). Danach erscheint leider die ein oder andere zwielichtige Gestalt und es wechselt zu nerviger House-Music.
In eben jener Bar haben wir zum Beispiel auf der Suche nach einem weiteren Pool-Partner Gary Cockburn kennengelernt. Er sagt, der Name wäre schottisch und würde anders als vermutet ausgesprochen. Ja klar, deshalb heißt seine Website auch Cockburn-Photographie, weil er den Namen so unpassend findet. ;-)
Er stellt sich aber als recht interessanter, älterer Herr aus England heraus, der seit 15 Jahren nun in Adelaide, Australien zuhause ist. Lieblingsthema seiner Fotografien: Die Fringe-Festivals. Angesiedelt auf der ganzen Welt, bieten diese Festivitäten Raum für Obskures und außergewöhnliche Menschen, Performances der anderen Art mit eingeschlossen. Checkt es selber mal aus, wenn ihr wollt http://www.garycockburnphotography.com/ .

Liebe Freunde haben wir auch in Maria, Columbianerin, und Frank aus Deutschland gefunden. Beide leben nun auf Ibiza und verdienen sich als Kellnerin und Barmann ihren Lebensunterhalt. Dabei gehören Drogen der härteren Sorte wohl zum Alltag. "Am Anfang sind die Drogen einfach da, genau vor deiner Nase und du machst alles mal mit. Jetzt nach ein paar Jahren bist du schon ein wenig ruhiger. Nur ein bisschen Kokain hier, MDMA da ,weißt, so das Übliche eben" erzählt uns Maria.
Oooooookaaay. Da meine Erfahrungen sich bis dato auf Gras rauchen und einem Magic-Mushrooms-Trip beschränken, kann ich da jetzt nicht unbedingt mitreden. Finde ich sowieso überflüssig und unangenehm die ganze Zeit über Drogen zu philosophieren. Ich meine, wozu?! Seit Australien habe ich aber gelernt bei sowas einfach gekonnt abzuschalten und das Gespräch nicht in meine allgemeine Meinung über den Menschen einfließen zu lassen. Nachdem ich vor 6 Jahren meine -Ich-probiere-mal-wie-es-ist-3-Monate-völlig-grundlos-zu-studieren-Phase hatte, war ich da noch ganz anders gestrickt. Ich wollte mit den Menschen, die sich für Drogen in ihrem Leben entscheiden, nichts zu tun haben. Es war mir unangenehm und in meinen Augen falsch. Ich hatte mich sogar zur Alkoholabstinenz entschieden (die sich bis heute in mein Leben zieht), warum müssen sich andere Menschen sowas also antun?! Mit denen will ich eh nichts zu tun haben. Heute weiß ich, dass es dumm von mir war, denn hinter noch so einer dicken Fassade aus Drogen-Geschichtchen kann sich der schönste Mensch verstecken. Ich habe Freunde gewonnen, deren Umgang mit ihrem Körper ich nicht unbedingt gutheiße und manchmal eben dadurch zur Mutti mutiere. Aber ich ich akzeptiere sie nun wie sie sind und bleibe halt in bestimmten Momenten fern. Oder schalte bei den Gesprächen über den neuesten Rausch aus. Weil in den meisten Päckchen eben doch nicht das drin ist, was die Verpackung verspricht.

Nächste geplante Station sollen die Cameron-Highlands werden. Endlich raus aus der stadt, im Endeffekt sowieso immer nur das gleiche. Ich freu mich drauf und hoffe, irgendwo dort noch ine intakte Internetleitung zu finden, um euch auf dem laufenden zu halten.

Bis dahin, Christin.

11.11.13 06:56, kommentieren